
Bericht ueber den Urlaub auf Hawaii mit Reise nach San Francisco.

Hawaii ist der 50. Bundesstaat (seit 21.8.1959) der USA und besteht aus 137 Inseln, die mitten im Pazifik liegen. Hawaii Reisen sind insbesondere bei den Amerikaner und Japanern sehr beliebt, da diese landschaftlich reizvoll sind und zwischen Amerika und Asien liegen. Die Inseln bilden den nördlichsten Punkt des Polynesischen Dreiecks. Mit 16.634 qkm sind die Inseln alle zusammen nur geringfügig größer als Thüringen. Geografisch gehören die Inseln nicht zu Amerika, sondern zu Polynesien. Die acht Hauptinseln sind von Ost nach West: Hawaii (Big Island), Maui, Kohoolawe, Lanai, Molokai, Oahu, Kauai und Niihau.

Der Bundesstaat Hawaii hat ca. 1,3 Mio. Einwohner, die meisten davon sind asiatischen, gefolgt von Menschen europäischen Ursprungs. Weitere Einwohner sind Polynesier, Afroamerikaner u.a..
Soviel zu den Fakten. Ich möchte im Folgenden die Inseln näher vorstellen, in dem ich von unserer Reise dorthin im September 2008 berichte. Ich schreibe folgend u.a. auch sehr ausführlich über San Francisco, da sich ein Stop in dieser schönen und interessanten Stadt auf dem Weg nach Hawaii wirklich anbietet. Wer sich nicht für San Francisco interessiert (was ich nicht verstehen würde), kann diesen Teil des Reiseberichtes natürlich überspringen.
Wohin soll es denn gehen?
Wir hatten also beschlossen dieses Jahr etwas weiter weg zu verreisen. In die engere Wahl gekommen waren Südafrika, die USA, Ostasien und Südamerika. Das wir uns letzlich für Hawaii entschieden, war eigentlich eher zufällig. Nach langem vergleichen, waren wir uns halbwegs einig, dass die USA uns insgesamt am meisten ansprachen. Da wir eine Fernreise machen wollten, sollte es dann aber auch der Westen der Vereinigten Staaten sein.
Wir versuchten uns dann eine Autoreise durch die USA zu organisieren. In einigen Pauschalangeboten war uns aufgefallen, dass am Ende der Mietwagentouren durch die USA, noch eine Woche Badeurlaub auf Hawaii angeboten wurde.

Hawaii, dieser Name hatte unsere Neugier geweckt. Und nach wenigen Minuten lesen und Bilder gucken war klar, dass die Inseln für einen einwöchigen Badeurlaub nach einer anstrengenden USA-Reise eigentlich zu schade sind. Wir hatten uns für unseren Urlaub ein Zeitlimit von ca. 3 Wochen gesetzt. Und da muss man einfach zugeben, dass man den Westen der USA und eine Intensivreise für Hawaii zeitlich in 3 Wochen nicht hinbekommt. Wir mussten uns also zwischen Hawaii oder den Reisezielen im Westen der USA wie San Francisco, L.A., Las Vegas, Yosemite, Death Valley und dem Yellowstone entscheiden. Das war nicht einfach, aber am Ende entschieden wir uns für Hawaii, allerdings als kleinen Kompromiss, mit einem dreitägigen Stop in San Francisco auf der Hinreise, auch um den Flug abzukürzen. Danach sollte es dann zunächst nach Honolulu, der Hauptstadt mit Waikiki-Beach auf Oahu gehen, von dort aus nach Kauai, dann Big Island und am Ende Maui.
Die Vorplanung
1. Die Flüge sichern
Da wir schon eher zu den planenden Urlaubern gehören, haben wir dann ab Februar die Bestandteile unserer Reise recherchiert und gebucht. Den Flug und die Inlandsflüge buchten wir bei Elke, unserer Freundin im Reisebüro (www.explorer.de). Bei den Flügen war das Angebot von United-Airlines in Verbindung mit Hawaiian Airlines am attraktivsten, u.a. weil diese direkt von Maui zurückflogen, und wir dadurch einen hawaiianischen Inlandsflug zurück nach Oahu sparen konnten. Startflughafen in Deutschland war Frankfurt. Köln-Bonn oder Düsseldorf wären uns zwar lieber gewesen, aber dann hätten wir noch in Amsterdam oder London umsteigen müssen.
Die Flüge waren also fest. Das war uns schon einmal wichtig, denn bei den Flügen hatte man uns mehrfach gesagt, dass es wichtig wäre, diese bereits so früh wie möglich zu sichern.
Die nächsten Wochen haben wir uns weiter im Internet informiert, was man auf Hawaii denn gesehen haben sollte.
2. Hotel oder Cottage
Wir hatten uns bezüglich der Unterkünfte von einigen Spezialreiseveranstaltern Hotelkataloge zuschicken lassen, aber die Hotels hatten uns nicht wirklich überzeugt. Meist recht teuer und wenig persönlich. Zum Glück hatte man uns im Hawaii-Forum (www.ingrids-reisewelt.de/reiseforum.php ) auf Brigitte verwiesen. Sie spricht deutsch, lebt auf Hawaii und vermittelt schöne Cottages (www.beback.com). Zunächst einmal sollten wir Brigitte mitteilen, was wir für Vorstellungen und Schwerpunkte hätten und darauf hin, schlug sie uns auf jeder Insel, die wir besuchen wollten, einige Alternativen vor. Aus diesen Alternativen (mit Bildern und Beschreibungen) wählten wir dann nach Rücksprache mit ihr jeweils eine Unterkunft pro Insel aus. Wir orientierten uns bei der Auswahl nicht nur an der Ausstattung, sondern auch natürlich an der Erreichbarkeit unserer vorgenommenen Sehenswürdigkeiten.
Brigitte hatte uns dann also auch die Unterkünfte gemanaged und nach den gesehenen Bildern von den Cottages kam bei uns mehr und mehr Vorfreude auf. Und ich möchte bereits vorwegnehmen, dass die Bilder nicht zuviel versprochen haben. Alle Unterkünfte waren sauber, gut ausgestattet und mit bequemen Betten (ganz wichtig!) versehen. Besonders schön war auch, dass alle Vermieter sehr nett waren und alles wie besprochen glatt ablief.
3. Auto mieten
Jetzt fehlte nur noch das Auto, und auch in diesem Punkt hatten wir gelesen, dass man besser frühzeitig buchen soll, insbesondere weil der Preis dann günstiger ist. Wir haben dann mal wieder die Suchmaschinen beschäftigt, aber auch vergleichweise noch mit einigen Reisebüros telefoniert. Da wir auf jeder Insel jeweils 4 Tage verbringen wollten, mussten wir auf jeder Insel auch ein neues Auto haben. Insgesamt hatte www.autoeurope.de das für uns günstigste Angebot gemacht und wir haben dann dort einen Economy-Wagen gebucht.
Die Wartezeit
Es war also das Wichtigste festgelegt und in trockenen Tüchern. Jetzt standen also zwischen uns und unserem Urlaub nur noch 800 -1000 Arbeitsstunden. Kurzum, wir durften uns die nächsten Wochen erst noch etwas mit dem Arbeitsalltag vergnügen. Und wie immer eigentlich, je näher der Urlaub rückt, desto stressiger wird die Arbeit. Und es war wirklich hart, die anderen Menschen um einen herum nicht zu beneiden, wenn sie erzählten, dass sie gerade mal wieder 1 Woche auf Mallorca entspannt haben oder gerade eine interessante Städtetour nach New York gemacht haben.
Es half nichts, wir mussten noch etwas warten und weiter arbeiten, denn wir hatten weder die Zeit noch das Geld für andere Urlaube, schließlich mussten wir alles für Hawaii aufsparen. Dazwischen mussten wir noch irgendwie versuchen, bei den Behörden einen Reisepass zu beantragen und ich brauchte im Gegensatz zu meiner jüngeren Frau, die ihn schon hatte, noch den Europäischen Führerschein im Card-Format. Zwischen einer 60 h/Woche durfte man also auch noch die Behörden abklappern.
Aber, um auch dies vorwegzunehmen, der Aufwand und die lange Wartezeit ohne Urlaub haben sich gelohnt.
Auf geht´s
Und dann war es dann auch endlich bei uns soweit. Da saßen wir also mit unserem Gepäck im Lufthansa-Express von Köln nach Frankfurt. Als wir am Flughafen in Frankfurt ausstiegen, herrschte dort das übliche Gewühle. Man kennt das ja zu genüge als berufsbedingter Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel: Anstatt die aussteigenden Fahrgäste erst aussteigen zu lassen, drängen die Damen und Herren die einstiegen möchten erst einmal in den Zug. Ein Rentner hinter mir schimpfte mit hochrotem Kopf und auch ich zischte einer aufgestylten Business-Dame in ihrem Kostümchen hinterher, ob sie nicht die einfachsten Regeln des Zugfahrens verstanden habe. Das liebe ich ja, gestylt im Businesskostüm rumlaufen, aber Manieren wie ´ne Seekuh. Aber was soll´s: Ich habe doch Urlauuuuuuuuuuuuuub, oder?! Wo ist der Aloha-Spirit?
Nach einer Wartezeit im Flughafen ging´s dann auch schon durch den Zoll. Dort gab es keine nennenswerten Probleme, außer das mir -wie immer- auffiel dass der Reisepass meiner Frau vom Zollbeamten nur durchgeblättert wurde, meiner dagegen auch noch eingescannt wurde. Ich quittierte dies mit dem Lächeln eines zukünftigen und über den Dingen stehenden Hawaiianers auf Zeit. Man kann es ja auch nachvollziehen: dunkelhaarige Männer sind eben verdächtiger als blonde Frauen, oder?!
Nun ging es zum Boarding unserer United-Maschine. Aber Moment!!!- noch nicht für uns, denn wir als Economy-Reisende hatten erst einmal Pause, zunächst stieg die BusinessClass und die EconomyPlus ein. Dieses Szenario wirkt auf Gleichheitsfanatiker, wie ich defintiv einer bin, leicht befremdlich und wiederholte sich auf allen unseren Flügen. In den Staaten wurde der BusinessClass sogar ein roter Teppich (!) ausgerollt, während wir an irgendwelche Hindernissen vorbei, durch einen abgesteckte Parcours gehen mussten. Immerhin hatten meine Frau und ich das Privileg, dass wir auf unseren Flügen meistens hinten saßen, und daher zumindest bei der Economy immer mit die Ersten waren, die einsteigen durften (es ging nämlich meist nach Sitzreihen geordnet von hinten nach vorne).
Ich ging dann immer demonstrativ langsam und stellte mir vor, ich sei ein verspäteter BusinessClass-Passagier. Wenn es mir dann noch gelang meinen Fuß heimlich kurz noch im Vorbeigehen auf den roten Teppich setzen zu können, dann war mein Glück perfekt;-)
Aber mit dem Aloha-Spirit, der mir anscheinend entgegengekommen war und mich nun vollends erreicht hatte, lacht man auch hierüber.
Und nach einem unauffälligen Flug auf dem wir mal wieder mehrere Formulare ausfüllen mussten, waren wir auch schon in San Francisco. Jetzt wurde es also ernst, gemeinsam mit einigen Dänen waren wir also in den USA angelangt. Wir schritten einen langen Gang entlang und bekamen schon einen ersten Eindruck vom amerikanischen Temperament, denn ein uniformierter Zollbeamter rief uns Einreisenden lachend immer wieder zu: Kommen Sie schnell! Come on! schnell weiter!!! Avanti! Pronto! Allez, Allez! Er schien tatsächlich rudimentäre Sprachkenntnisse in vielen Sprachen zu haben und war anscheinend eine Art Entertainer des Zolls. Er hatte anscheinend dafür zu sorgen, dass die Einreisenden sich zügig an die verschiedenen Schalter verteilen sollten, und das klappte auch ganz gut. Außerdem brachte der Vogel etwas Fun in die doch eher steife Geschichte.
Natürlich war es wieder so, dass wir zunächst an dem Schalter anstanden, wo anscheinend der einzige Azubi saß. Es tat sich nämlich nichts, während um uns herum sich die Schlangen an den benachbarten Schaltern immer mehr auflösten. Meine Frau schaltete vor mir (ich bin traditionell etwas langsamer was Entscheidungen angeht) und zog mich zum Nebenschalter. Wir kamen dann auch wirklich schnell dran. Nun standen wir vor einem US-Zollbeamten. Er war, wie alle anderen Beamten hier, asiatischen Ursprungs. Hätten wir es nicht besser gewusst, hätte man meinen können, wir seien nach Hongkong eingereist.
Ich muss zugeben, ich war recht nervös, denn man hört und liest ja so vieles, über die Einreise in die USA und die hohen Sicherheitsvorkehrungen. Außerdem über die weiten Vollmachen von uniformierten US-Staatsdienern. Aber es war ganz anders, wie auch auf unserer ganzen Reise. Der Zollbeamte war cool und stellte uns routinemäßig einige Fragen, scannte beide Pässe (!) und dann war es auch schon überstanden. Wir waren jetzt wirklich in den USA angekommen!